Klimaschutz und die Energiewende sind für die meisten Jugendlichen uncool

Veröffentlicht am 01. Mai 2012 | Kategorie: Allgemein | Ansichten: 1.793

Wenn es um die geplante Energiewende und den Schutz von Umwelt und Klima geht, dann auch darum, dass den kommenden Generationen eine lebenswerte Erde hinterlassen wird und nicht ein zerstörter Planet mit längst verbrauchten Ressourcen. Eigenes Engagement in diesem Bereich ist für viele Jugendliche laut einer Umfrage der GfK und des Ökoenergieversorgers Polarstern aber anscheinend wenig interessant. Obwohl viele der befragten 14- bis 19-Jährigen ein zukunftsorientiertes Handeln zwar als wichtig erachten und angaben, dass sie Menschen interessant finden, die über das eigene Leben hinaus Verantwortung übernehmen, sind praktische Beiträge zum Schutz von Klima und Umwelt bei ihnen selbst im Alltag nur wenig angesehen.

Die Trennung von Müll zum Recyceln von Rohstoffen oder Energiesparen kommt bei nur gerade einmal 37 Prozent gut an. Stattdessen regiert der Konsum das Leben der meisten Jugendlichen, so gaben immerhin 74 Prozent der Befragten an, dass sie ein ausgesprochenes Trendbewusstsein attraktiv finden. Mehr als die Hälfte fühlt sich zudem von Luxus angesprochen, während Fair Trade-Produkte nur für weniger als ein Viertel der Jugendlichen interessant ist. Die eigenen Möglichkeiten übersehen dabei viele und so stuft immerhin rund ein Drittel die Bedeutung des eigenen Beitrags zur Energiewende als gering ein. Stattdessen sehen sie vor allem die Politik und die großen Konzerne in der Pflicht, die Themen anzustoßen.

Eine Erklärung für diese Einstellung versucht Dr. Edgar Göll vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung zu liefern. Einmal sei es vor allem das Lebensalter der Befragten, zudem sei der Begriff Umweltbewusstsein aber auch sehr komplex und so sähen gerade Jugendliche nur schwer Anknüpfungspunkte für das eigene Handeln. „Schließlich geht es nicht isoliert um ‚den’ Schmetterling oder ‚den’ Delphin. Der Umweltzustand wird vielmehr sowohl mit anderen Aspekten in Beziehung gesetzt, sozusagen in den Alltag übersetzt, als auch als globaler Gesamtzusammenhang gesehen, wie beim Beispiel Klimaschutz.“ Angesichts dieser Situation die Hände in den Schoß zu legen und auf Einsicht mit dem Alter zu warten, ist laut Göll die falsche Folgerung. Denn „diese Lebensphase ist bedeutsam für die lebensweltlichen Entwürfe“. Entsprechend soll Jugendlichen der Zugang zu nachhaltigen Themen erleichtert werden. Eine zentrale Rolle sieht Edgar Göll in der Nachhaltigkeitskommunikation.

Quelle: Verantwortungsgefühl ja, Engagement na ja: Jugendlichen fehlt der Zugang zur Energiewende – Umfrage der GfK und des Ökoenergieversorgers Polarstern, 17. April 2012

Tags zum Beitrag:
, , , , ,
Ähnliche Beiträge zum Thema:

Comments are closed.