Energiespar-Contracting: Vivantes Wenckebach-Klinikum Berlin spart 40% Kosten und 35% CO2

Veröffentlicht am 09. Mai 2011 | Kategorie: Städte & Gemeinden | Ansichten: 3.025

Wie mittels eines „Energiespar-Contracting“ oder auf Deutsch einer „Energiesparpartnerschaft“ gleich zwei Beteiligte und die Umwelt profitieren können, zeigt das Beispiel des Vivantes Wenckebach-Klinikum Berlin: Die EnBW Vertrieb GmbH wird zu diesem Zweck ihr Wissen und die finanziellen Mittel einbringen und als Contractor dafür sorgen, dass für die nächsten zwölf Jahre 40 Prozent der Energiekosten im Klinikum eingespart werden. Zu diesem Zweck wird EnBW drei Millionen Euro in einen Abgaswärmetauscher, die Gebäudedämmung, ein Blockheizkraftwerk und den Umbau von einem der beiden alten Dampfkessel zu einem Pufferspeicher investieren. Außerdem wird die ineffiziente Beleuchtung durch energiesparende Leuchtmittel ersetzt und die alte zentrale Kältemaschine durch eine hocheffiziente neue Anlage ausgetauscht.

Das Krankenhaus wird daurch nicht nur seine Kohlendioxid-Emissionen um 35 Prozent senken können, sondern wie bereits erwähnt auch die Energiekosten um 40 Prozent. Aus diesen Einsaparungen wird dann der Contractor EnBW bezahlt. Den Vertrag haben am Freitag, den 6. Mai 2011, Berlins Umweltsenatorin Katrin Lompscher, Vivantes Geschäftsführer Peter Schnitzler und Gerhard Kleih, Geschäftsführer der EnBW Vertrieb GmbH in Berlin unterzeichnet. Die Berliner Energieagentur hat das Ausschreibungsverfahren als Projektmanager durchgeführt, den Vertrag vorbereitet und begleitet auch die Umsetzung der Einsparmaßnahmen.

Katrin Lompscher lobt das Berliner Modell der Energiesparpartnerschaft: „Es ermöglicht dem Land Berlin trotz knapper Hauhaltskassen seine klima- und energiepolitischen Ziele umzusetzen und Energiekosten in öffentlichen Gebäuden einzusparen. Das Wenckebach-Klinikum kann dadurch jährlich den Kohlendioxid-Ausstoß um 1.800 Tonnen verringern und trägt damit zur Erreichung unserer Klimaschutzziele bei.“

Gerade Krankenhäuser haben einen besonders hohen Energiebedarf und dementsprechend hohes Einsparpotential. Peter Schnitzler betont vor allem den wirtschaftlichen Nutzen für das Wenckebach-Krankenhaus: „Durch Einsparmaßnahmen und den Einsatz energieeffizienter Technologie sparen wir jährlich 380.000 Euro an Energiekosten ein“. Gerhard Kleih, Geschäftsführer der EnBW Vertrieb GmbH, erklärte: „Ob bei öffentlichen Einrichtungen, Industriebetrieben oder Privathaushalten: Kunden beim effizienten Einsatz von Energie zu unterstützen, wird für uns ein immer wichtigeres Themenfeld. Deshalb freuen wir uns, hier in Berlin ein Projekt mit Modellcharakter umsetzen zu können.“

Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur GmbH sieht in Berlin noch Potenzial für weitere Energiesparpartnerschaften: „Seit 1996 konnten in Berlin über 1.400 Gebäude in eine Energiesparpartnerschaft eingebunden werden – eine Verdoppelung ist möglich. Das Modell hat sich bewährt und beweist, dass durch Wettbewerb privater Energiedienstleister hohe Einsparungen erzielt werden können. Auch bundesweit und sogar international findet es immer mehr Nachahmer.“

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1 Kommentar
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  1. Immer mehr Krankenhäuser investieren in modernere Anlagentechnik. Das St. Johannes Krankenhaus in Troisdorf z.B. hat ebenfalls zwei Blockheizkraftwerke installiert (zusammen eine Wärmeleistung von 160 kW und eine elektrische Leistung von 100 kW). Dadurch wurde der externe Strombezug des Krankenhauses um 35% gesenkt und der CO2-Ausstoß jährlich um 500 Tonnen verringert. Durch den zusätzlichen Einsatz von 2 Gasheizkesseln, Abgaswärmetauscher und anderer Maßnahmen werden so Energiekosten von mehr als 20 Prozent eingespart.

    Das schöne an solchen Beispielen ist die Win-Win-Win-Situation solcher Maßnahmen. Die Krankenhäuser gewinnen, die Unternehmen, die den Umbau vornehmen/finanzieren und die ganze Gesellschaft durch einen verbesserten Umweltschutz. So ist Wachstum nachhaltig!