Nach RWE-Klage gegen AKW-Abschaltung – BUND ruft zum Anbieterwechsel auf

Veröffentlicht am 04. Apr 2011 | Kategorie: Sonstiges | Ansichten: 1.984

Bisher ist RWE als einziger Energiekonzern vorgeprescht und hat Klage gegen das AKW-Moratorium und die darin beschlossene zeitliche Abschaltung des Atommeilers Biblis A in Hessen eingereicht. Die von RWE beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel eingereichte Klage kommt für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einem Schlag ins Gesicht der Menschen in Deutschland durch den Energiekonzern gleich.

Die Klage zeige, dass „RWE wild entschlossen ist, die Augen vor den Folgen des Fukushima-Gaus zu verschließen“. „Vor Fukushima hat RWE-Chef Jürgen Großmann mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Verlängerung der AKW-Laufzeiten ausgekungelt. Jetzt lässt er seine Anwälte gegen das AKW-Moratorium klagen und zeigt damit, dass er die Ängste der Bevölkerung vor der Atomenergie nicht ernst nimmt“, erklärt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Bei Biblis A handelt es sich zudem um einen der ältesten und unsichersten Reaktoren in Deutschland. Ihn per Klage wieder ans Netz zu erzwingen hält Weiger für eine Unverschämtheit. Dies zeige einmal mehr, dass RWE seine Gewinninteressen gnadenlos vor die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung stelle. Die große Mehrheit der Bevölkerung wolle den Atomausstieg. Wenn RWE dies weiter ignoriere, müsse die Bundesregierung den Atomausstieg per Gesetz gegen die Stromkonzerne durchsetzen.

Bis dahin ruft der BUND alle RWE-Kunden auf, bei RWE zu kündigen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. „Die RWE-Manager haben offensichtlich nichts verstanden, zeigen Sie RWE deshalb die Rote Karte“, sagte Weiger.

News „Klage gegen Biblis-Abschaltung zeigt: RWE-Manager ignorieren Fukushima-Gau. BUND ruft RWE-Stromkunden zum Anbieterwechsel auf“, 01.04.2011, BUND
Link: http://www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen/artikel/klage-gegen-biblis…

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2 Kommentare
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  1. Es sind nicht alle Menschen überzeugt, dass Atomkrafwerke umweltschädlicher sind als andere Kraftwerke.
    Ich würde es daher den Stromkunden überlassen ob sie lieber preiswerten Atomstrom haben wollen oder teurere Alternativen

  2. Hallo Paul,

    dieses Pro-Atom Argument ist längst ausgelutscht und überholt. Die Atomkraft wurde in den letzten Jahrzehnten mehr als jede andere Branche subventioniert. Müssten die Betreiber für alle ECHTEN Kosten und Folgekosten aufkommen, die sich auch aus einer jahrtausendelangen Lagerung ergeben, dann wäre Atmostrom alles andere als „billig“.

    Außerdem finde ich es wirklich armselig, wenn Leute nur um ein bischen Geld zu sparen auch die Zukunft meiner Kinder gefährden. Schließlich kann keiner garantieren, dass ein Zwischen- oder Endlager die nächsten 100 Jahre sicher ist.

    Michael