LKW-Leerfahrten sind Energie- und Geldverschwendung

Veröffentlicht am 14. Feb 2011 | Kategorie: Auto & Verkehr | Ansichten: 2.792

Es ist eine Wahrheit, die unter dem umweltbewussten deutschen Volk nicht gern gehört wird. Laut der Studie Yield Management von Steria Mummert Consulting, sind bis zu 30 Prozent der gefahrenen LKW-Kilometern umsonst. Also, die Laster fahren komplett leer, nur um den Weg zurück zum Abfahrtsort zu schaffen. Egal wie kraftstoffsparend die Fahrzeuge entworfen und gebaut sind, solche Leerfahrten sind nicht nur bedauerlich, sie sind wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn. In Zeiten von steigenden Ölpreisen, verstopften Straßen und drohendem Klimawandel war es an der Zeit, dass etwas Besseres überlegt wurde.

Obwohl sicherlich eigentlich niemand sein Geld für unsinnig verschwendeten Kraftstoff zum Fenster hinaus werfen will, hatte bis vor kurzem niemand eine sinnvolle Lösung für dieses offensichtlich logistische Problem. Dabei musste sich die Verschwendung von Kraftstoff, die Abnutzung der Straßeninfrastruktur sowie der grundlose Ausstoß von umweltschädlichen Kohlendioxidabgasen doch eigentlich irgendwie stoppen lassen.

So dachte auch der US-Amerikaner Matt Chasen, denn in seinem Heimatland sah die Lage sogar noch deutlich schlimmer aus als in Deutschland. Die für einen Mitteleuropäer unvorstellbaren Entfernungen des nordamerikanischen Kontinents wurden rauf und runter mit leeren LKWs befahren.

Interessanterweise müssen unzählige Laster Leerfahrten machen, weil es bisher keine Alternative dazu gibt. Dabei liegt der Grund sicherlich nicht darin, dass es nichts zu versenden gibt. Schließlich steigt die Frachtmenge, die um die Welt und durch die einzelnen Länder transportiert wird stetig an. Die folgende wahre Geschichte Chasens soll daher als Musterbeispiel für die verschwenderische Situation innerhalb der Transportbranche dienen.

Für sein Studium musste Matt Chasen von Seattle nach Austin, Texas umziehen. Zu diesem Zweck reservierte er einen entsprechenden Kleinlaster bei einer Autovermietung. Als er früh morgens den Truck abholen wollte, gab es aus Verfügbarkeitsgründen nur noch einen 10-Meter Van anstatt die 3-Meter Variante, die für seine Zwecke völlig ausgereicht hätte. Da er aber an besagtem Tag fahren musste, ist Chasen schließlich mit dem größeren gefahren – obwohl der Laderaum halbleer blieb.

Auf der langen Strecke nach Texas überlegte er sich, wie man die Internet-Technologie dazu nutzen könnte, diesen ineffizienten Zustand zu verbessern und die Verschwendung von kostbarem Kraftstoff zu reduzieren. Kurz darauf kam ihm die Idee zu einer Online-Transportbörse und die uShip Frachtenbörse wurde kurz darauf gegründet und in die Realität umgesetzt.

uShip funktioniert als Online-Plattform, die normale Verbraucher sowie professionelle Speditionsdienstleister nutzen können, den Transport effizienter – und daher günstiger – zu gestalten. Das Prinzip ist genial in seiner Einfachheit: Potenzielle Versandkunden stellen einen Transportauftrag in die Rückwärtsversteigerung ein, und Fachspediteure bieten auf offene Aufträge um freie Ladekapazitäten zu füllen. Als Resultat können die Versandkunden Geld sparen und die Spediteure freuen sich über weniger verschwenderische Leerfahrten: Eine Win-Win-Situation für die Wirtschaft und die Umwelt.

Artikel von Michael Hardy

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