Immer weniger Mehrweg: Deutsche Umwelthilfe sieht Schuld bei der Politik

Veröffentlicht am 07. Feb 2011 | Kategorie: Essen & Trinken | Ansichten: 1.762

Getränke in Einwegverpackungen erfreuen sich auch weiterhin zundehmender Beliebtheit. Aufschrauben oder aufreißen, austrinken und in den Abfall schmeißen erscheint vielen heute praktischer als das Sammeln von Lehrgut. Bequemlichkeit ist laut der Deutschen Umwelthilfe aber nur einer der Faktoren, die den Trend zu Einwegprodukten fördern, vor allem wären diese in den letzten Jahren durch die Dumpingpreise der Discounter immer beliebter geworden. Bestes Beispiel ist das Mineralwasser, bei dem die Mehrweg-Quote in den letzten fünf Jahren aufgrund des Billig-Wassers der Discounter von über 50% auf knapp über 30% zurück gegangen ist.

Der Bequemlichkeit für den Verbraucher steht nach Aussage der Deutschen Umwelthilfe aber eine Verschwendung von Energie und Ressourcen gegenüber, die selbst dann stattfindet, wenn die Einwegverpackungen recycelt werden. Der Rohstoffverbrauch und die Emissionen wären bei Verwendung von Mehrwegprodukten hingegen größtenteils vermeidbar. Darüber hinaus bedroht die Ausweitung des Verkaufs durch die Discounter eine ganze Branche.

Für den 10. Februar 2011 lädt die Deutsche Umwelthilfe daher zu einer Pressekonferenz mit dem Titel „Untätige Bundesregierung gefährdet mittelständische Mehrwegbranche“ in Berlin.

„Zu einem Zeitpunkt wo politisches Handeln notwendig ist, legt die Bundesregierung, auf Kosten der Umwelt und des deutschen Mittelstands, die Hände in den Schoß und gefährdet wissentlich einen ganzen Wirtschaftszweig. Offizielle Mehrweg-Bekenntnisse der schwarz-gelben Bundesregierung haben nach über einem Jahr Regierungstätigkeit zu keinerlei Ergebnissen geführt. Die von CDU, CSU und FDP zur Stärkung der Mehrwegsysteme im Koalitionsvertrag beschlossene Einführung einer klaren Kennzeichnung von Getränkeverpackungen ist bis heute nicht umgesetzt. Der Verordnungsentwurf des Bundesumweltministeriums für eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung wird seit Monaten durch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) blockiert. Leidtragende sind die Verbraucher, die Umwelt sowie mittelständische Abfüller und Händler von Getränken in Mehrwegflaschen. Große Getränkekonzerne, Discounter und andere Verfechter von Einwegverpackungen reiben sich hingegen die Hände.“

Weitere Informationen unter:
http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=2484&cHash=3a7b27551f

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