Europäische Forscherin: Biosprit mehr als schädlich für Umwelt und Klima

Veröffentlicht am 06. Dez 2010 | Kategorie: Auto & Verkehr | Ansichten: 2.288

Biosprit, also Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen, sollten zur Rettung des Klimas beitragen und dafür sorgen, dass es auf den Strassen auch weiterhin „Gute Fahrt“ heißt. Im nächsten Jahr kommt E10 in Deutschland auf den Markt, dabei handelt es sich um einen Super-Kraftstoff mit 10%igem Ethanolanteil. Die EU will bis zum Jahr 2020 gar generell zehn Prozent des Treibstoffs aus erneuerbaren Quellen gewinnen und so loben nicht nur Autohersteller und Ölkonzerne den Biosprit als umweltfreundliche Lösung, sondern vor allem auch Politiker.

Wie Focus Online berichtet, sorgt nun aber eine neue Studie von Catherine Bowyer vom Institute for European Environmental Policy (IEEP) für Aufsehen. Laut ihrer Aussage führt der Plan der EU nämlich sogar zu einem Anstieg der Emissionen zwischen 80,5 und 167 Prozent. Denn Biosprit wird heute zu einem großen Teil aus Palmöl gewonnen, für dessen Anbau in Südostasien aber häufig gigantische Flächen Regenwald abgeholzt oder niedergebrand werden. Dort entstehen dann mehr Emissionen als durch das Fahren mit Biosprit eingespart werden kann, es werden Pflanzen sowie Tiere ausgerottet und teilweise entsteht sogar Konkurrenz zu dort dringend benötigten Nahrungsmitteln.

Hoffnung setzen die Wissenschaftler aber in Biosprit der nächsten Generation, das ausschließlich aus landwirtschaftlichen Abfällen gewonnen werden soll. Bis dahin scheint zu gelten, dass für den Lebensstandard und das „grüne“ Gewissen in den reichen Nationen wieder einmal die ärmsten Länder bluten müssen.

Artikel „Forschung und Technik: Falsche Kraft voraus“, 15.11.2010, Focus.de
Link: http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/antriebe/tid-20644/forschung-und-technik-falsche-kraft-voraus…

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