Report Mainz: Bundesregierung blockiert Ökostrom aus Norwegen

Veröffentlicht am 21. Sep 2010 | Kategorie: Sonstiges | Ansichten: 3.834

Die Bundesregierung macht sich gerade zum Handlanger der Atomstrom-Lobby, weshalb am vergangenen Wochenende über hunderttausend Demonstranten in Berlin gegen die Atomkraft demonstriert haben. Dabei stellt sich vor allem auch die Frage, ob die erneuerbaren Energien die Atomkraft irgendwann komplett ersetzen können. Dieser Angelegenheit ist die Sendung „Report Mainz“ auf den Grund gegangen und hat sie nach Norwegen geführt.

Denn Norwegen produziert seinen Strom zu 98% aus sauberer Wasserkraft und kann sogar noch Strom exportieren. Damit könnte man theoretisch 60 europäische Atomkraftwerke ersetzen und so wollen mehrere Firmen unter dem Projektnamen NORGER ein erstes Kabel von Norwegen nach Deutschland verlegen. Dabei ist diese Idee gar nichts Neues: Schon 1992 schrieb der Spiegel, dass dies der Einstieg für den Atomausstieg wäre. Über das Kabel könnte die gleiche Menge an sauberem und billigem Strom nach Deutschland fließen, wie das Atomkraftwerk Unterweser erzeugt.

Und damit nicht genug, die überschüssige deutsche Windkraft könnte in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken speichern und bei Bedarf nach Deutschland zurückholen. Doch bereits beim ersten Kabel gibt es ein Problem, denn das Seekabel fällt nicht unter die deutsche Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV) und so könnte der Netzzugang von NORGER einfach abgeklemmt werden. Gleiches passiert auch Windkraftanlagen, wenn zuviel Atomstrom produziert wird. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle könnte dies leicht ändern, sieht aber zur Zeit „keinen Änderungsbedarf“.

Aus diesem Grund sieht nicht nur der Bundesverband Windenergie NORGER durch die Bundesregierung blockiert.

Video „Ökostrom in der Sackgasse: Wie die Bundesregierung sauberen Strom aus Norwegen blockiert“, 20.09.2010
Link: http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=6770834/1uxeb5l/index.html

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2 Kommentare
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  1. […] Wie Norwegens Wasser die Atompolitik der Bundesregierung zu Fall bringen knnte oder auch: Report Mainz: Bundesregierung blockiert Ökostrom aus Norwegen | Klimaspot Es gab dazu auch kürzlich einen interessanten Bericht von […]

  2. Der oben erwähnte Bericht von Report Mainz verwischt leider in weiten Teilen die Realität. Auf der einen Seite haben die Wasserkraftwerksbetreiber im November verkündet, dass es zu Preiserhöungen für die Stromkunden kommen wird, weil die Wasserreserven des Landes durch den trockenen Winter erschöpft sind und zum Anderen gibt es seitens der NorGer KS bisher auch keine klare Bekenntnis, dass ausschließlich Strom aus Windkraft den Weg nach Norwegen finden wird.
    Sämtliche Presseberichte des Unternehmens erwähnen allein die Möglichkeit zum Austausch von Wind- und Wasserkraft. Dabei sollten die am Projekt Interessierten aber nicht vergessen, dass dahinter Spekulationsgeschäfte an der EEX-Stromhandelsbörse stehen. Der günstigste Handelspreis entscheidet darüber, welcher Strom nach Norwegen geschickt wird.

    Desweiteren stellt sich mir die Frage, ob die norwegischen Kraftwerksbetreiber ihren Strom überhaupt noch als Elektrizität aus Wasserkraft deklarieren dürfen. Grund hierfür ist der Handel mit den Ökostromzertifikaten. Diese bescheinigen den Produzenten, dass sie eine Bestimmte Menge Strom aus erneuerbarer Energie produziert haben. Diese Zertifikate können frei gehandelt werden und wenn sie dann von einem Kernkraftwerksbetreiber erworben werden, dann darf er die dokumentierte Strommenge als Strom aus Wasserkraft vertreiben. Im gleichen Zuge müsste eigentlich der norwegische Stromproduzent seine Elektrizität als konventionellen Strom ausweisen. Leider ist den Stromkunden des Landes egal, ob die Zertifikate noch im Besitz ihres Elektrizitätslieferanten sind, da der physische Strom noch immer aus einem Wasserkraftwerk stammt. Mehr infos gibts im Internet, wenn ihr nach RECS-Zertifikaten und Ökostrom sucht.