Bundesregierung knickt vor der Atomstrom-Lobby ein: AKWs sollen im Schnitt zwölf Jahre länger laufen

Veröffentlicht am 06. Sep 2010 | Kategorie: Sonstiges | Ansichten: 2.263

Gestern hat die Bundesreierung wieder einmal bewiesen, dass sie nicht die Bürger von Deutschland vertritt, sondern nur die Interessen einer kleinen aber finanziell sehr starken Klientel. Und zu dieser gehört mit Sicherheit auch die Atomstrom-Lobby, vor der die Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP am gestrigen Sonntag eingeknickt ist. Denn obwohl es keine geeignete Lösung auf die Frage der Endlagerung des strahlenden Atommülls gibt und man mit den verseuchten Hinterlassenschaften auch einfach mal alle nachfolgenden Generationen belastet, wurde beschlossen, die Laufzeit für Atomkraftwerke im Schnitt um 12 Jahre zu verlängern. Dabei ist die Mehrheit der Bundesbüger selbstverständlich gegen Atomkraft und einen Ausstieg vom Ausstieg (siehe Infografik einer Forsa Umfrage).

Mit Recht nannte die Opposition daher auch den Sonntag einen „schwarzen Tag für die Energiepolitik in Deutschland“, womit der Kniefall der Bundesregierung vor der Atomlobby eigentlich noch verharmlost wird. Denn während die Energiekonzerne mit einem abgeschriebenen Atomkraftwerk über Jahre hinweg weiter bis zu 1 Millionen Euro pro Tag verdienen können, soll nun sogar die groß angekündigte Brennelementesteuer nicht dauerhaft, sondern nur für sechs Jahre eingeführt werden. Und das, obwohl einzelne AKWs sogar noch dreißig oder gar vierzig Jahre laufen sollen. Statt in den Ausbau der Erneuerbaren Energien soll das Geld also weiterhin in die Kassen der großen Energiekonzerne fließen.

Linktipp: Gegen Kernkraft: Energie ohne Zukunft

Artikel „AKW-Laufzeiten – Ein Kniefall vor der Lobby“, 06.09.2010, Zeit Online
Link: http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-09/laufzeiten-kommentar

Tags zum Beitrag:
, , , , , , , ,
Ähnliche Beiträge zum Thema:

6 Kommentare
Schreib uns deine Meinung »

  1. […] die Verlängerung der AKW-Laufzeiten verkaufen, dabei war es in Wahrheit nichts anderes als ein Kniefall vor der Atomlobby bzw. den großen Energiekonzernen. Denn während die Konzerne dank abgeschriebener Atomkraftwerke […]

  2. […] Bundesregierung macht sich gerade zum Handlanger der Atomstrom-Lobby, weshalb am vergangenen Wochenende über hunderttausend Demonstranten in Berlin gegen die Atomkraft […]

  3. […] zukunftsweisend für Deutschland an, in ihrer realen Politik vergeben CDU und FDP dann aber lieber Geschenke an die Atomlobby, bewahren die Autoindustrie vor strengen CO2-Grenzen oder blockieren Ökostrom aus […]

  4. […] verdienen, als sinnvolle Alternative bei der Stromerzeugung. Allerdings dürften die meisten der Befürworter von Atomstrom generell nicht in der Nähe eines Atomkraftwerks oder eines Atommülllagers leben, denn die […]

  5. […] zu lesen war, werden die Grünen und die SPD am Montag eine 123-seitige Klageschrift gegen die von der Regierung beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke beim Karlsruher Verfassungsgericht einreichen. Mit einer doppelten Strategie, […]

  6. AKWs sind unbeherrschbare Technologien.Brauchen wir noch mehr Beweise wie vielleicht ein Supergau in Deutschland ?? Sind Tschernobyl und Fukushima noch nicht genug ?? Und noch ein ungelöstes Problem:Atom-Müll!!Unsere Enkel und Urenkel werden sich für dieses tolle Geschenk bedanken!!
    Sonne,Wind und Wasser geben ausreichend Energie für alle Menschen ab,wenn mann endlich vernüftige Technologien anwendet und auch einsetzt.Technisch ist das möglich.