Energie- und Klimaschutzagenturen: Erfolgreiche Förderprogramme keiner langwierigen Atomdebatte opfern

Veröffentlicht am 31. Aug 2010 | Kategorie: Sonstiges | Ansichten: 2.223

Der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) hat den verkündeten Förderstopp beim erfolgreichen KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ zum 31. August 2010 kritisiert, für das im Zuge der Haushaltssanierung keine Mittel aus dem Bundeshaushalt mehr zur Verfügung gestellt werden. Auch die für 2011 in Aussicht gestellten Mittel in Höhe von nur noch 436 Millionen Euro – im Vergleich zu 2,2 Milliarden Euro in 2009 – sind nach Ansicht des eaD viel zu wenig, um dringend notwendige Impulse für eine Erhöhung der Sanierungsrate im Gebäudebestand zu setzen.

Michael Geißler, Vorstandsvorsitzender des eaD: „Um die Klimaschutz- und Energieeffizienzziele bis 2020 zu erreichen, brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen. Man hat den Eindruck, die Bundesregierung verwendet ihre Energien vor allem auf die Einigung zur geplanten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, anstatt sich dem für die Energie- und Klimaschutzbilanz weitaus bedeutsameren Gebäudebereich zu widmen, der auch in ihrem nationalen Energiekonzept keine große Rolle zu spielen scheint. Es schadet Wirtschaft wie Verbrauchern, die notwendige Diskussion um den Bestand erfolgreicher Förderprogramme einer langwierigen Atomdebatte zwischen Bund und Ländern zu opfern.“

In den vorangegangenen Monaten hatte die Bundesregierung weitere Förder- und Anreizprogramme im Bereich der Effizienztechnologien und der Erneuerbaren Energien gestrichen oder gekürzt, darunter die Entwicklung kommunaler Klimaschutzkonzepte, Anreize zur Anschaffung energiesparender Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW), so genannter KWK-Anlagen, und zur Installation von regenerativen Heiztechnologien. Bei den Letztgenannten hat der Haushaltsausschuss des Bundestages nach massiven Protesten zwar eine Haushaltssperre aufgehoben, dennoch gab es auch hier eine Reduzierung.

Der eaD hob noch einmal die Bedeutung der KfW-Programme hervor, mit deren Hilfe seit 2006 rund 1,5 Millionen Wohnungen und fast 700 kommunale Einrichtungen energetisch saniert wurden. Dadurch seien Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro ausgelöst und fast 300.000 Arbeitsplätze in vorwiegend mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben vor Ort gesichert und geschaffen worden.

Pressekontakt:

Volker Gustedt
c/o Berliner Energieagentur GmbH

Tel.: 030 293330-19
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Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands – eaD e. V.
Der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) ist die gemeinsame Interessensvertretung der regionalen und kommunalen Energie- und Klimaschutzagenturen in Deutschland. Der eaD fördert die Zusammenarbeit und den Ideenaustausch seiner Mitglieder und bündelt ihre Interessen auf Bundesebene gegenüber den politischen Institutionen, anderen Verbänden und in den Medien.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands – eaD e.V. vom 31. August 2010

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