Nachhaltige Entwicklungshilfe mit Mini-Solaranlagen in Bangladesch

Veröffentlicht am 28. Jun 2010 | Kategorie: Sonnenenergie | Ansichten: 4.735

Während in Deutschland Strom ganz einfach aus der Steckdose kommt, haben Millionen Menschen in der Dritten Welt keinen Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Nutzt man in manchen Gebieten gesundheits- und umweltschädliche Dieselgeneratoren, waren in dieser Region bisher Holz sowie Petroleum- und Kerosinlampen die einzigen Licht- und Energiequellen. Aus diesem Grund starteten Deutschlands erster unabhängiger Ökostromanbieter naturstrom und die Andheri-Hilfe Bonn vor anderthalb Jahren das Projekt „Solarlicht für 1.088 Familien“. In dessen Rahmen hat naturstrom gemeinsam mit seinen Kunden insgesamt 95 Solaranlagen finanziert. Jede dieser Mini-Solaranlagen versorgt inzwischen in der Gemeinde Khalak Mattubar Dangi in Bangladesch zwei Häuser mit elektrischem Licht.

„Von den Solaranlagen profitieren mittelbar oder unmittelbar alle 250 Familien des Dorfs“, erzählt Rosi Gollmann, Gründerin der Andheri-Hilfe. Das Dorf liegt auf einer Insel im Ganges, die öffentliche Stromversorgung reicht nicht bis hier und die Kosten für die teilweise gesundheitsschädigenden Brennstoffe sind in den letzten Jahren stark gestiegen und für die Inselbewohner kaum zu bewältigen.

Insgesamt wurden bisher 544 Solaranlagen in den Dörfern des Faridpur-Bezirks installiert. „Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie mit einfachen Mitteln wirksame Hilfe geleistet werden kann“, so Dr. Thomas E. Banning, Vorstand der NATURSTROM AG. „Nachhaltige Entwicklungshilfe in Kombination mit der Förderung Erneuerbarer Energien ist uns ein wichtiges Anliegen. Im Vorfeld haben wir deshalb lange gesucht, um das passende Projekt mit dem richtigen Partner zu unterstützen. Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam mit der Andheri-Hilfe in relativ kurzer Zeit so viel bewirken zu können.“ Während naturstrom die ersten fünf Anlagen spendete, wurde der Großteil in Form von 90 Solaranlagen gemeinsam mit den Kunden finanziert. Zu diesem Zweck konnte man als Prämie des „Kunden werben Kunden“-Programms eine Spende als Prämie auswählen. „Die Prämie wird sehr häufig gewählt“, so Oliver Hummel, Geschäftsführer von naturstrom. „Wir sind stolz darauf, so engagierte Kunden zu haben.“

Die Gemeinden im Projektgebiet liegen alle auf Inseln, die vom Festland aus nur mit kleinen Booten zu erreichen und landwirtschaftlich kaum nutzbar sind. Dank der Anlagen zur Umwandlung der sauberen und kostenlosen Sonnenenergie werden Lesen, Lernen, Hausarbeit oder geselliges Beisammensein endlich auch für die Menschen in diesen Dörfern zur Normalität. Hilfe, die wirkt: Die integrierte Entwicklungsinitiative führt die Familien aus der Abhängigkeit vom Kerosin, erhöht ihre wirtschaftlichen Spielräume und eröffnet neue Entwicklungsmöglichkeiten.

Aufgrund des großen Erfolgs hat die Andheri-Hilfe bereits 46 weitere Dörfer im nordwestlichen Bezirk Gaibandha ausgewählt. Dort, zwischen den Verästelungen des Brahmaputra, leben die Ärmsten der Armen. „Fast allen Familien mangelt es jährlich im Schnitt bis zu drei Monate an Nahrungsmitteln“, so Rosi Gollmann. 5.000 Haushalte möchte die Andheri-Hilfe mit ihrer Arbeit erreichen. Auch naturstrom ist wieder mit im Boot. Kunden können ihre Prämie also weiterhin spenden, um Familien vor Ort eine sichere, kostengünstige und umweltfreundliche Stromversorgung zu ermöglichen.

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2 Kommentare
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  1. Die Idee finde ich ja ganz gut, aber wer kümmert sich um die Anlagen, wenn sie kaputt sind oder gereinigt werden müssen?
    Es würde mich interessieren, wer sich darum kümmert. Die Familien können das wahrscheinlich nicht leisten, oder?

  2. Ein tolles Projekt. Es erinnert mich stark Micro-Kredit-Vergabe der Grammien Bank von Muhammad Yunus. Vielleicht ein erster Schritt in die Richtung, die in dem Film die 4. Revolution gezeichnet wird. Wer die Film noch nicht kennt, hier geht es zum Trailer: gruenspar.de/blog/2010/03/17/die-4-revolution-2/