Klaus Wowereit eröffnete C40 Workshop mit neuer Solaranlage auf dem Roten Rathaus in Berlin

Veröffentlicht am 14. Jun 2010 | Kategorie: Sonnenenergie, Städte & Gemeinden | Ansichten: 4.792

Ende letzter Woche kamen Vertreter von Großstädten aus aller Welt zum C40-Workshop nach Berlin um sich dort über Klimaschutz und Energieeffizienz auszutauschen. Den Auftakt der Veranstaltung machte die Inbetriebnahme einer Pho­tovoltaikanlage auf dem Roten Rathaus, einem der markantesten Wahrzeichen von Berlin durch den regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, seinen Amtskollege David Miller aus Toronto, Umweltsenatorin Katrin Lompscher und den Geschäftsführer der Berliner Energieagentur, Michael Geißler. Die insgesamt 160 Module mit einer Leistung von 38 kWP erzeugen zukünftig rund 36 Megawattstunden Solarstrom pro Jahr und sparen auf diese Weise 23 Tonnen Kohlendioxid ein. Die erzeugte Menge entspricht ungefähr dem Strombedarf für die Kühlung der Serverräume im Ro­ten Rathaus.

„Diese Solaranlage steht symbolisch dafür, dass wir es in Berlin Ernst nehmen mit unserem Engagement für Energieeffizienz und Klimaschutz“, sagte Klaus Wowe­reit. „In den vergangenen 15 Jahren ist allein im Roten Rathaus der Energie­verbrauch durch zahlreiche Maßnahmen halbiert worden. Der Sonnenstrom vom Dach ist jetzt das I-Tüpfelchen. Wir zeigen damit, dass auch in einem denkmalge­schützten historischen Gebäude der Einsatz von Erneuerbaren Energien möglich ist.“

Solaranlage auf dem Dach des Roten Rathauses in Berlin
Foto: Gust/Berliner Energieagentur

Nach der kurzen Zeremonie auf dem Rathausdach eröffneten Wowereit und David Miller, Bürgermeister von Toronto und Vorsitzender der C40-Gruppe, gemeinsam den Workshop. Sie wiesen auf die besondere Bedeutung der Metropolen im Kampf gegen den Klimawandel hin. 75 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs gehen auf das Konto der großen Städte. In der C40-Gruppe arbeiten die Verwaltungen von mittlerweile 59 Städten zusammen, um gegenseitig Erfahrungen und Strate­gien auszutauschen und voneinander zu lernen.

Praxisbeispiele aus New York, London und vielen anderen Städten

Rund 150 Teilnehmer haben sich zum Workshop angemeldet, darunter die Bür­germeister von Bangkok (Thailand), die Umweltminister von Hong Kong und Mos­kau (Russland), die Vize-Bürgermeister aus Paris (Frankreich), Rio de Janeiro (Brasilien), Warschau (Polen) und Addis Ababa (Äthiopien) sowie andere hochran­gige Städtevertreter. Auf dem Programm stehen heute und morgen schwerpunkt­mäßig die Themen Kraft-Wärme-(Kälte-)Kopplung als Teil einer modernen Ener­gieversorgung sowie Public-Private-Partnership-Modelle zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Podiumsdiskussionen und Vorträge ermöglichen einen praxisnahen Einblick, wie Berlin und andere Städte Klimaschutz betreiben. Referate aus Berlin, London und New York City in einer Session ermöglichen zum Beispiel einen direkten Vergleich verschiedener Konzepte nach dem Vorbild der Berliner Energiesparpartnerschaften. Auch das Rote Rathaus konnte dank dieses Modells energetisch fit gemacht werden. In New York City ist das Empire State Building gerade auf dem Weg zum „grünen Wolkenkratzer“.

Die Berliner Energieagentur organisiert diesen Erfahrungsaustausch im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz. Partner sind die GASAG, die Vattenfall Europe AG, Siemens und Unterstützer Berlin Partner im Rahmen der Hauptstadtkampagne be Berlin. Die durch die Anreise der C40-Teil­nehmer per Flugzeug verursachten CO2-Emissionen werden nach der Konferenz über das Online-Portal atmosfair neutralisiert. Atmosfair investiert die Ausgleichszahlungen in internationale Projekte zur Stärkung der Nachhaltig­keit

PV-Anlage mit der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH umgesetzt

Die Photovoltaikanlage befindet sich auf einer Teildachfläche des Rathauses. Die Module mit 263 Quadratmetern Kollektorfläche wurden mit Südausrichtung in ei­nem Winkel von 15 Grad aufgeständert und mit Betonbeschwerungen fixiert. Sie sind von der Straße aus nicht sichtbar – ein wichtiges Kriterium für den Denkmal­schutz. Die Berliner Energieagentur hat die Anlage finanziert, geplant, von spezia­lisierten Dienstleistern errichten lassen und wird sie über einen Zeitraum von 20 Jahren betreiben. Das Land Berlin als Eigentümer des Gebäudes, vertreten durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, erhält für die Bereitstellung des Daches eine jährliche Mietzahlung. Neben der Solaranlage auf dem Roten Rat­haus errichtet die BEA derzeit fünf weitere Photovoltaikanlagen auf Berliner Dä­chern.

Weitere Informationen zum Programm unter: www.c40-workshop-berlin.de

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2 Kommentare
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  1. Solaranlagen braucht das Land. Solar ist die Energie der Zukunft und muss dringend gefördert werden !

  2. @Kenito: Schon richtig, nur denk mal dran, dass die Anschaffung einer Solaranlage grundlegender Informationen bedarf!?
    Nicht jeder hat die finanzielle Möglichkeit sich eine Photovoltaik, Solaranlage oder desgleichen anzueignen.