Deutsche Autohersteller angeblich beim Klimaschutz führend

Veröffentlicht am 21. Dez 2009 | Kategorie: Auto & Verkehr | Ansichten: 2.804

In einem Gastbeitrag auf Welt Online reagierte Christoph Huß, ehrenamtlicher Vorsitzender der Gesellschaft für Fahrzeug- und Verkehrstechnik im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und Leiter Entwicklung Ausland, Typzulassung und Verkehrsmanagement bei BMW auf die Kritik an der Deutschen Automobilindustrie. Auf Welt Online wurde ihr vorgeworfen, dass sie wichtige Innovationen wie den Hybridantrieb oder den Elektroantrieb verschlafen habe und mit dem hohen Anteil großer und schwerer Autos den Klimawandel forciere.

Laut seiner Meinung machen die Innovationen deutscher Firmen einen nachhaltigen Klimaschutz erst möglich. Im Speziellen führt er die Entwicklungsleistungen deutsche Ingenieure bei alternativen Antrieben, Verbesserungen des Wirkungsgrads von Antriebssystemen, Start-Stopp-Systemen, Energiemanagement, Bremsenergierückgewinnung und Fahrerassistenzsystemen an. Die Entwicklung und den Verkauf von Luxusautos verteidigt er mit dem Hinweis, dass alle wichtigen Innovationen zur Kraftstoffsenkung zuerst in Oberklassefahrzeugen eingesetzt werden würden.

Der Beitrag ist allerdings ziemlich einseitig: Die Entwicklung und Vorstellung von Studien alleine hilft der Umwelt leider gar nicht und im Gegensatz zu asiatischen und französischen Herstellern ist für die nahe Zukunft bei keinem deutschen Autohersteller ein Elektroauto als Serienmodell geplant. Auch der von Toyota und Honda vorgeführte Erfolg von sparsamen Hybridfahrzeugen (Toyota hat bereits mehr als eine Millionen Prius verkauft) führt erst jetzt zu langsamer Einführung bei deutschen Herstellern. Und das zur Zeit auch nur in Luxusfahrzeugen von Mercedes und BMW mit Startpreisen weit über 80.000 Euro. Für den Massenmarkt daher völlig uninteressant.

Interessanterweise hatten sich auch gerade die deutschen Autohersteller vor einiger Zeit gegen eine gesetzliche Verpflichtung zur Kohlendioxid-Reduzierungdurch die EU gewehrt. Kein Wunder, liegt doch z.B. der durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Fahrzeuge von BMW (bereits inkl. der Kleinwagenmarke MINI) immer noch bei bei 154 Gramm pro Kilometer. Dabei dürfte der Verbrauch ohne die Marke MINI noch weit höher liegen: SUV’s wie der BMW X6 xDrive50i liegen mit CO2-Emission von kombinieren 299 g/km schließlich meilenweit über einem akzeptablen Ausstoß.

Artikel „Neue Technologien: Keiner ist innovativer als die deutschen Autobauer“, 18.12.2009, Welt Online
Link: http://www.welt.de/motor/article5573616/Keiner-ist-innovativer-als-die-deutschen-Autobauer.html

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