Riesiges Gezeitenkraftwerk stellt England vor die Frage: Klimaschutz oder Naturschutz?

Veröffentlicht am 02. Jun 2009 | Kategorie: Natur & Umwelt | Ansichten: 2.677

Der Fluss Severn besitzt gleich zwei besondere Eigenschaften: Zum einen ist er mit einer Länge von 354 Kilometern der längste Fluss Großbritanniens. Die zweite Besonderheit ist sogar noch interessanter und bedeutender. Denn im Mündungsbereich liegt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut bei ca. 15 Metern, was der zweithöchste Gezeitenunterschied der Welt ist. Aus diesem Grund wollen britische Energiekonzerne an dieser Stelle auch ein gigantisches Gezeitenkraftwerk errichten, das sauberen Strom in einer geschätzten Menge von bis zu 8,6 Gigawatt erzeugen soll. Diese Leistung würde in etwa fünf Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Großbritannien entsprechen.

Dem sauberen und CO2-freien Strom steht allerdings der ebenfalls gewaltige Eingriff in die Natur gegenüber. Das Kraftwerk benötigt einen Damm, der sich über 16 Kilometer von Ufer zu Ufer durch das Flussbett erstreckt. Nachdem das Wasser bei Flut durch Schleusen in der Staumauer in den oberen Abschnitt gedrückt wird, wird es dort eine Fläche von mehr als 400 Quadratkilometern bedecken. Nachdem der Höchststand erreicht ist, werden die Schleusen geschlossen und das Wasser wird bei Ebbe durch Tunnel nach unten geleitet. In den Tunneln sitzen Turbinen, die mit Hilfe der Wasserkraft angetrieben werden. Das Problem liegt darin, dass der Damm ein riesiges Stück wertvoller Natur überfluten würde und damit laut den Friends of the Earth (FoE) „einen der wichtigsten Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt Europas“ vernichte. Naturschützer aller Art laufen aus diesem Grund gegen das geplante Bauprojekt Sturm.

„Weltgrößtes Gezeitenkraftwerk – Was darf dem Klimaschutz geopfert werden?“, 02.06.2009, Focus.de
Link: http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/tid-14370/weltgroesstes-gezeitenkraftwerk-was…

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