Steigendes CO2-Gehalt der Atmosphäre bedroht Meeresbewohner

Veröffentlicht am 10. Feb 2009 | Kategorie: Natur & Umwelt | Ansichten: 1

Das der ungebremste CO2-Ausstoß zu einer Versauerung der Ozeane führen kann, davor warnen Wissenschaftler bereits seit längerem. Hintergrund ist, dass mehr CO2 in der Atmosphäre zu einem niedrigeren pH-Wert der Ozeane führt. Bisher ging man davon aus, das diese Entwicklung in erster Linie die Bildung neuer Kalkschalen erschwert oder ganz verhindert und damit vor allem die Korallen gefährdet.

Matthias Hofman und Hans-Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) warnen jetzt aber auch davor, dass die Versauerung der Meere zu einem Rückgang der Kalkalgen führen könnte, die dafür verantwortlich sind, dass jährlich etwa zehn Milliarden Tonnen gebundener Kohlenstoff in die Tiefsee absinken. Andere pflanzliche Plankton-Arten ohne Kalkballast könnten in den oberen Schichten des Meeres zunehmen und nach dem Absterben von Bakterien dort abgebaut werden. Das würde Sauerstoff verbrauchen, den normalerweise andere Meeresbewohner benötigen.

Artikel „Klimawandel – CO2 könnte Fischen den Sauerstoff rauben“, 10.02.2009, Spiegel Online
Link: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,606539,00.html

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1 Kommentar
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  1. Das der ungebremste CO2-Ausstoß zu einer Versauerung der Ozeane führen kann, davor warnen Wissenschaftler bereits seit längerem.

    Dann ist mir folgender Beitrag nicht erklärlich:

    Die Zusammensetzung des Meerwassers

    In den kalten Bereichen der Meere löst sich das Kohlendioxid im Wasser. Die sich bildende Kohlensäure ist im Meerwasser nicht stabil, sondern wird z. B. durch die vorhandene Kalzium- und Hydrogenkarbonate (Bikarbonate) sofort in Kalziumhydrogenkarbonat umgewandelt.

    Kalziumhydrogenkarbonat ist gut in Wasser löslich und bleibt im Wasser nur beständig, wenn das Gleichgewicht mit der Konzentration an Kohlendioxid ausgewogen ist. Verschiebt sich das Gleichgewicht, zerfällt z. B. ein Teil des Kalziumkarbonates zu kaum löslichen Karbonat. Außerdem werden ständig unvorstellbare Mengen CO2 durch den Phytoplankton und Bikarbonat durch die Schalentiere und Korallen für die Bildung ihrer Kalkhüllen „herausgelöst“ und u. a. auch sedimentiert– siehe auch Kohlenstoffkreislauf. Der ständige Nachschub an Kohlendioxid ist also für diese Prozesse nötig!

    Das Karbonatsystem bedingt mit ihren Salzen das Puffervermögen des Wassers für die sich bildenden schwachen Kohlensäure. Puffer haben die Eigenschaft bei Zugaben von Säuren (oder Basen) , je nach Puffervermögen, den pH-Wert zu stabilisieren, dass keine nennenswerte pH-Wertänderung des Meerwassers (7,5 – 8,4) bei Eintritt pH-verändernder Stoffe erfolgt. Diese Eigenschaft des Hydrogenkarbonates wird als Säure-Bindungsvermögen (SBV) bezeichnet.

    Eine wesentliche Rolle spielt das Gas Kohlendioxid, das in beträchtlichen Mengen im Meerwasser gespeichert ist. Und zwar wegen der Alkalinität des Meerwassers (überwiegend Kationen gegenüber Anionen) in viel stärkerem Maße, als es der Löslichkeit von Wasser oder wässrigen Salzlösungen entspricht.

    Während die ganze irdische Lufthülle etwa 2.300 Mrd. t Kohlendioxid enthält, findet sich in den Ozeanen etwa 50-mal so viel (1,3 x 10 hoch 14 t) teils gelöst, teils in Carbonaten (lösliche Hydrogenkarbonate). Die im Meer lebenden Pflanzen (vor allem das Plankton) können daher das zur Photosynthese benötigte CO2 direkt aus dem sie umgebenden Wasser aufnehmen.

    Da das CO2 und seine Folgeprodukte (Hydrogenkarbonate) in einem chemischen Gleichgewicht stehen, bleibt der pH-Wert des Meerwassers sowohl bei Zugabe von Säuren, als auch bei Zugabe von Basen annähernd konstant. (S. 72/73)

    Quelle:
    Die Umwelt des Menschen – Wie funktioniert das? Meyers Lexikonverlag, 1989

    Nachfragen bei Chemikern bestätigen die richtige Aussage des Lexikon-Artikels. Meine Frage lautet nun: Wer hat Recht: das PIK oder das Lexikon und die Chemiker?

    Mit klimafreundlichem Gruß

    B.Adam