Öko-Boom bei Verkehrsmitteln dank hohen Ölpreisen

Veröffentlicht am 29. Jun 2008 | Kategorie: Auto & Verkehr, Fahrrad & Co., Flugzeuge & Reisen | Ansichten: 4.565

Umweltschützer und Klimaschützer versuchen die Massen seit langem schon dahin zu bewegen, sparsamere Autos zu kaufen und das Auto zugunsten öffentlicher Verkehrsmittel oder dem Fahrrad öfters einmal stehen zu lassen. Doch die Nachfrage nach großen und schnellen Fahrzeugen, Flugreisen und Benzin brach nicht ab. Was der Appell ans Gewissen nicht erreicht hat, schafft der hohe Ölpreis und die daraus resultierenden hohen Preise für Benzin, Diesel oder Kerosin in kurzer Zeit. Notorische Autofahrer fahren auch mal mit Bus oder Fahrrad, die Bahn wird wieder zur Alternative zu Auto und Flugzeug, Schiffe drosseln ihr Tempo und Flugzeuge fliegen langsamer. Nachhaltige und Ökologische Mobilität wird plötzlich zur Zukunftsbranche.

Artikel „Ökoboom bei Verkehrsmitteln – Ölpreisschock löst Öko-Boom aus“, 29. Juni 2008, T-Online
Link: http://wirtschaft.t-online.de/c/15/43/75/02/15437502,pt=self,si=0,topic=12358682.html

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2 Kommentare
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  1. Hierzu ist aus meiner Sicht zweierlei anzumerken:
    1. Nicht jeder kann sein Mobilitätsverhalten kurzfristig radikal umstellen. Ein hoher Preis z.B. für Kraftstoff bewirkt nur selten eine nachhaltige Änderung. Langfristig geht das nur über die Köpfe und über sinnvolle Alternativen. Auch ohne eine Henne/Ei Diskussion bleibt festzuhalten, das unsere Infrastruktur nun einmal auf Autos zugeschnitten ist und nicht auf Fahrräder oder Bus und Bahn. In vielen Fällen bleibt die Frage, wie soll man eine zu leistende Transportaufgabe bewältigen?
    2. Vor allem auf dem Lande und mit anzusteuernden abgelegenen Zielen ist das Auto noch meist unverzichtbar. Will aber jetzt der Konsument ein zukunftsfähiges besonders sparsames und sauberes Auto erwerben, dann trifft er auf eine Vielzahl von Werbeversprechen vor allem der deutschen Automobilindustrie. Sicher, die Ingenieure werden die Anforderungen schon meistern, aber wann kann ich ein fertiges Produkt kaufen? Letztlich helfen da die zukünftigen Normverbräuche nur wenig. Was ist mit der Partikelfrage bei Dieseln? Wie umweltfreundlich sind Hybridautos wirklich? Und schließlich fehlt auch hier noch das umdenken. Wo bleiben die echten Fördermaßnahmen der Regierung? Z.B. unter 100 g/CO2 gleich Zuschuss von vielleicht 1000 Euro. Ach ich vergaß, da ist die Autolobby vor…

    Theoretisch ist die klimafreundliche Mobilität sicher ein interessantes Thema, aber in der Praxis gibt es noch viele Hürden, die nicht alleine der Konsument zu verantworten hat.

  2. Hallo Klaus,

    Ihre Einwände sind zwar richtig, es darf aber nicht vergessen werden, dass seit Mitte 2007 weltweit mehr Menschen in den Ballungsräumen leben als auf dem Land. Das trifft auch auf Deutschland zu, wo alleine mehr als 25 Millionen in Großstädten leben. Das sind ca. 31 Prozent der Gesamtbevölkerung und hier werden Vororte und mittelgroße Städte noch nicht mitgezählt. Es dürften also weit mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland in Ballungsräumen mit mehr oder weniger guter Anbindung an den öffentl. Nahverkehr leben. Für all diese Menschen können Bus und Bahn, ebenso wie das gute alte Fahrrad, eine Alternative zum Auto sein. Wer in Berlin, Frankfurt oder Köln in der Innenstadt mit dem Auto fährt ist selbst schuld. Da ist man aufgrund des Verkehrs mit dem Rad meist schneller 😉

    Zum zweiten Punkt gebe ich Ihnen recht. Leider konzentrieren sich Politik und große Autokonzerne zu sehr auf den Erhalt des Status Quo anstatt neue und wirklich innovative Konzepte zu fördern. Ölscheichs als große Anteileigner haben wahrscheinlich auch wenig Interesse am 1-Liter-Auto. Gerade aus diesem Grund brauchen wir neue, innovative und unabhängigere Firmen.